CO₂-Preis 2026: Was der Preiskorridor für Ihre Betriebskosten bedeutet

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Ab dem 1. Januar 2026 ändert sich die CO₂-Bepreisung fossiler Brennstoffe in Deutschland grundlegend. Der bisher staatlich festgelegte Preis von 55 Euro pro Tonne wird durch ein Auktionsverfahren innerhalb eines Korridors von 55 bis 65 Euro pro Tonne ersetzt. Für Immobilienportfolios mit fossiler Wärmeversorgung ist das ein klares Signal: Die Betriebskosten steigen planbar – und das ist erst der Anfang.

Die Zahlen im Überblick

  • Preiskorridor 2026: 55–65 €/t CO₂ (Auktionssystem)

  • Erdgas: Mehrkosten bis zu 1,55 ct/kWh – bei 20.000 kWh Jahresverbrauch ca. 300 € p.a.

  • Heizöl: Aufschlag bis zu 20,70 ct/Liter – bei 2.000 l Jahresverbrauch ca. 400 € p.a.

  • Ab 2028: EU-ETS II startet – Experten erwarten 100–200 €/t, langfristig über 300 €/t

Portfolioeffekt: Schleichende Erosion der Netto-Rendite

Auf den ersten Blick wirken die Erhöhungen moderat. Auf Portfolioebene summieren sich die Effekte jedoch erheblich. Bei einem Bestand von 50 unsanierten Einheiten mit Ölheizung liegen die zusätzlichen jährlichen CO₂-Kosten bereits im niedrigen fünfstelligen Bereich – Tendenz steigend.

Entscheidend ist der Blick nach vorne: Ab 2028 wird der nationale Festpreis durch den EU-weiten Emissionshandel (ETS II) ersetzt. Die Preisbildung erfolgt dann vollständig marktbasiert, ohne Korridor. Erste Terminhandelspreise vom Mai 2025 deuten auf Niveaus deutlich jenseits des aktuellen Korridors hin. Wer heute in fossil beheizte Bestandsobjekte investiert, muss diese Kostenentwicklung zwingend in die Wirtschaftlichkeitsberechnung einpreisen.

Strategische Implikation

Für Portfolioentscheidungen ergibt sich ein klarer Handlungsrahmen: Der CO₂-Preis ist kein Risiko, sondern eine berechenbare Variable. Bei der Bewertung von Ankaufsobjekten sollte die CO₂-Kostenprojektion über mindestens 15 Jahre standardmäßig in die Betriebskostenkalkulation einfließen. Objekte mit hohem fossilen Energiebedarf verlieren relativ an Attraktivität – oder erfordern ein klar definiertes Sanierungskonzept im Investitionsplan.

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